Österreichische Kontaktstelle
zum UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Die Umsetzung des Übereinkommens auf internationaler Ebene

Das österreichische Engagement zur Umsetzung und Förderung des Übereinkommens in den bi- und multilateralen Beziehungen sowie im Rahmen internationaler Organisationen ist vielschichtig und komplex. Etliche Bestimmungen des Übereinkommens wie die Förderung des interkulturellen Dialogs sind bereits seit Jahren integraler Bestandteil österreichischer Kulturpolitik und werden im Sinne des Übereinkommens weitergeführt.

In anderen Bereichen bietet das Übereinkommen neue Impulse. So ist die Förderung des Kulturaustausches durch Vorzugsbehandlung von kulturellen Gütern und Dienstleistungen sowie von Kunst-und Kulturschaffenden aus Entwicklungsländern ein neues Konzept, dessen Realisierung von der Zivilgesellschaft eingefordert wird.

Beispiele für Maßnahmen im Sinne des Übereinkommens sind:

Förderung der internationalen Zusammenarbeit (Artikel 12)

Eines der wichtigsten internationalen Netzwerke im Zusammenhang mit dem Übereinkommen war das International Network on Cultural Policy. Im Mittelpunkt der regemäßigen Zusammenkünfte der KulturministerInnen und leitenden BeamtInnen der Kulturverwaltung stehen Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen den Vertragsparteien über Kulturpolitik und Umsetzung des Übereinkommens. Im Februar 2009 war Österreich Gastgeber eines derartigen Treffens.

Ebenso wird auf bilateraler Ebene das Übereinkommen verstärkt in den auslandskulturpolitischen Beziehungen mit Drittstaaten berücksichtigt. So bildet das Übereinkommen einen integralen Bestandteil der zuletzt abgeschlossenen Kulturabkommen (Mexiko, Tunesien, 2009) und Memoranda of Understanding (Aserbaidschan, 2009; Armenien, 2010).

Des Weiteren wären sektorspezifische Maßnahmen zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit zu nennen, wie etwa Ko-Produktionsabkommen oder Artists-in-Residence Programme. Die Rahmenbedingungen hierzu werden vielfach von Seiten der Europäischen Union gesetzt, etwa durch Regelung der Austauschbeziehungen und des gegenseitigen Marktzugangs in Protokollen zu kultureller Kooperation bei Wirtschaftspartnerschafts- und Freihandelsabkommen.

Kultur und Entwicklungszusammenarbeit (Artikel 14 – 16)

In der entwicklungspolitischen, internationalen Diskussion setzt zunehmend ein Prozess der Bewusstseinsbildung für kulturelle Zusammenhänge und die Bedeutung von Kultur für Entwicklung ein. So widmet das Programm der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) für den Zeitraum 2009 bis 2011 „Kultur und Entwicklung“ erstmals ein eigenes Kapitel.

Konkret wird etwa neben Projekten zur Bewahrung des kulturellen Erbes und historischer Stätten die Kunst- und Kulturinitiative „kulturen in bewegung“ des vidc (Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit) unterstützt. Die Initiative führt seit mehr als zehn Jahren Kooperationen in und außerhalb von Österreich durch.

Der mit dem Übereinkommen etablierte „Internationale Fonds für kulturelle Vielfalt“ wurde 2015 mit EUR 24.500,- und 2009 mit einem Beitrag in der Höhe von EUR 20.000,- unterstützt.

Eine Analyse der Rolle der Kultur und des kulturellen Erbes in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und Kooperation mit osteuropäischen Ländern wurde 2007 im Evaluierungsbericht der Austrian Development Agency vorgelegt.

Umsetzung des Übereinkommens im Rahmen der UNESCO

Als Vertragspartei des Übereinkommens wirkt Österreich an der Umsetzung im Rahmen der Organe zum Übereinkommen mit. Zu den Aufgaben der Organe des Übereinkommens zählen u.a. die Erarbeitung von Richtlinien zur Durchführung und Anwendung des Übereinkommens, welche die Umsetzung des Übereinkommens für die Praxis konkretisieren, die Auswertung und Prüfung der nationalen Umsetzungsberichte und die Klärung zukünftig auftretender Fragen im Zusammenhang mit dem Übereinkommen.


Weiterführende Informationen: